Kinder sind Persönlichkeiten, die sich individuell, ihren eigenen Vorstellungen entsprechend, entwickeln. Das bedeutet, das Kind wird nicht gebildet, sondern bildet sich selbst. Es gibt Zeitfenster, innerhalb derer sich bestimmte Fähigkeiten ausbilden; das Kind wird diese - auch ohne Anleitung - nutzen.
Wir als Erwachsene sind Beobachter und Begleiter, die sich geduldig und ausdrücklich im Hintergrund halten, gegebenenfalls auf die Wünsche der Kinder reagieren und die Umwelt, materiell wie sozial, gemäß den Bedürfnissen der Kinder gestalten.
Wir sehen Kinder als kompetente, ganze kleine Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag eigenständig zu gestalten. Wir trauen Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung.
Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versuchen Kinder, die Welt in der sie leben zu verstehen. Dazu benutzen sie viele verschiedene Sprachen, alle Sinne und Wahrnehmungsprozesse. Erwachsene verstehen diese Bildungsbemühungen (Sprachen) der Kinder nicht immer.
Kinder begegnen uns mit der ihnen eigenen Persönlichkeit auf der Suche nach der eigenen Identität. Dabei sind sie offen für alles, was auf sie zukommt. Sie sind neugierig, experimentierfreudig und lernbegierig.
Kinder fordern von uns Erwachsenen das ein, was sie im Moment brauchen und zwar ehrlich und direkt.
Der Motor für ihr Handeln ist ihr Gefühl und ihre Intuition, sie denken, entscheiden und handeln selten vorausschauend. Daher können sie noch nicht die volle Verantwortung für ihr Handeln tragen. Sie können auch ihre Stärken und Schwächen noch nicht genau einschätzen.
Auch haben Kinder noch keine festen Normen verinnerlicht. Sie probieren aus, stellen Regeln und Grenzen in Frage.
Kinder sind von Natur aus positive Wesen, die sich spontan, unbefangen und vertrauensvoll auf eine Beziehung mit uns Erwachsenen einlassen. Sie sind leicht beeinflussbar und durch ihre große Offenheit auch leicht verletzbar. Sie brauchen gleichermaßen Freiräume und Grenzen.

Bei der Erziehung muss man etwas aus dem Menschen herausbringen und nicht in ihn hinein.
Friedrich Fröbel (1782-1852), dt. Pädagoge, 1837 Gründer d. ersten Kindergartens
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